Dankbar für den Burnout
*Mein Name ist Andrej, Mitbegründer von Gentler und Produktdesigner. Ich werde erklären, wie die Idee zu Gentler Streak Gestalt annahm. Du wirst erfahren, wie das Leben mich lehrte, dass ich nicht unbesiegbar bin. *
Ich war schon immer aktiv. Als Teenager verbrachte ich fast jeden Tag auf dem Basketballplatz. Mit 18 fing ich an zu laufen und trainierte fünfmal die Woche im Fitnessstudio. Ich zog das durch und gönnte mir nur eine Woche Pause, wenn ich in den Urlaub fuhr. Man kann sagen, dass ich es liebte, mich erschöpft zu fühlen. :)
In meinen Zwanzigern hatte ich das Gefühl, super aktiv sein zu können, ohne mich ausruhen zu müssen. 10 km in weniger als 40 Minuten zu laufen, war für mich eine moderate Aktivität. Ein hartes Workout im Fitnessstudio war Routine, und ein schneller Lauf folgte direkt am nächsten Tag. Erholungszeiten? Welche Erholungszeiten?
Ich bin keine zwanzig mehr. Ich bin 42. Erholungszeit? Heute drehen sich meine Gedanken fast nur noch um die Erholung nach der Aktivität.
Als ich 38 war, setzte ich mir das Ziel, einen olympischen Triathlon zu absolvieren. Nun ja, nicht nur „versuchen“, ein gutes Ergebnis war mir ebenfalls wichtig. Natürlich. Ich las ein paar Bücher (Joe Friel FTW!), erstellte einen Trainingsplan und fing mit meinen Workouts an.
Da ich ein lausiger Schwimmer war, nahm ich Schwimmunterricht.
Ich kaufte mir auch ein Rennrad, und die Kombination aus vier verschiedenen Aktivitäten in einer Woche machte riesigen Spaß.
Ich absolvierte acht Aktivitäten pro Woche: Schwimmen, Radfahren, Laufen und Krafttraining, jede Übung zweimal pro Woche. Ich habe die Zeit für meine Aktivitäten quasi über Nacht verdoppelt! Wenn ich heute daran zurückdenke, weiß ich, dass das schlichtweg dumm war. Am Anfang war es toll, aber mit den Wochen wurde es immer härter.
Ich glaube, du hast das Ergebnis schon erraten – ein verdammter Burnout.
Es dauerte drei Monate, bis ich den Punkt erreichte, an dem ich gezwungen war, aufzuhören. Ich hatte Schlafprobleme, obwohl ich jenseits der Erschöpfung war. Ich wohne im ersten Stock, und selbst diese paar Stufen wurden zu einer Herausforderung. Ich hatte depressive Verstimmungen, war ständig müde und schaffte es nicht einmal mehr, einen Spaziergang zu machen.
In diesem Zustand befand ich mich einige Monate lang. Und in dieser Zeit musste ich über Veränderungen nachdenken.
Triathlon? Den hätte ich vor dem Burnout locker geschafft, wenn ich mit einer durchschnittlichen Leistung zufrieden gewesen wäre. Triathlons sind mir heute egal.
Wenn man einmal einen Burnout erlebt hat, ist einem das Lauftempo egal, das einen völlig erschöpft am Rande des Zusammenbruchs zurücklässt. Auch Geschwindigkeit, Pace oder Gewichte im Fitnessstudio sind mir nicht mehr wichtig. Als ich zu meinem normalen, aktiven Lebensstil zurückkehrte, nahm ich drastische Änderungen vor. Was jetzt zählt, ist meine Gesundheit.
Damals fing ich an, nach etwas zu suchen, das mir hilft, Grenzen zu setzen. Etwas, das mich motiviert, aktiv zu sein, mich aber gleichzeitig vor Überanstrengung warnt. Ich habe viele digitale Dienste und Lösungen ausprobiert, aber wie du siehst, habe ich nichts gefunden, bei dem ich mich sicher gefühlt hätte.
Gentler Streak basiert auf der Idee eines sicher geführten, aktiven Lebensstils. Ich möchte aktiv sein und meine Fitness steigern, aber ich möchte es langsam angehen, ohne zu riskieren, mich zu verletzen. Hin und wieder pushe ich mich zu hart und gerate in den Überanstrengungsbereich, aber das geschieht kontrolliert, und ich lasse es am nächsten oder übernächsten Tag immer ruhig angehen.
Ich bin dankbar für den Burnout, so kitschig und klischeehaft das auch klingen mag. Nach dieser schmerzhaften Erfahrung habe ich mein Leben umgestellt und lebe heute verantwortungsbewusster. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die Gesundheit zählt, nicht das Abzeichen als lokale Lauflegende!